Sinnliches Zitat aus dem Ammenmärchen

Autor: Sabine Trabert

Werte Leserschaft,

an dieser Stelle möchte ich Ihnen ein Zitat ans Herz legen, welches mich im Buche von Klaus Lelek sinnlich berührte:

Gestützt auf diese natürliche Erkenntnis kann ich wohl mit Fug und Recht behaupten, dass nicht meine frühzeitig verstorbene Mama, sondern die von mir so hoch geschätzte Amme, meinem Leben für alle Zeiten einen unverbrüchlichen Siegel aufgedrückt, und noch dazu in der Gestalt, dass sie nicht nur meine Nährmutter wurde, sondern in gewisser Weise auch meine Geliebte; und wie das Küken nicht der Henne, sondern der Ente nachläuft, wenn es jene als ihre Mutter erkennt, so bin auch ich meiner Amme hinterhergelaufen und habe dabei alle anderen Weiber gänzlich außer acht gelassen. Selbst wenn ihre Mitgift allzu verlockend, und sie wegen ihres ebenmäßigen Wuchse landläufig als schön galten. Dabei ist es doch hinlänglich erwiesen, dass die dünnsten und zartesten Blumen am schnellsten dahinwelken, während eine dicke Rose, selbst wenn sie vertrocknet, noch jedermanns Herz erbaut, und zum Strauße gebunden, die schönsten Erinnerungen weckt.

Zu finden ist dies im Buche Das Ammenmärchen auf Seite 35.

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30. Juni 2010, 22:13 Uhr